Schulhausbau in Äthiopien 2019 Ein Projekt von Hugo Waldner

5.615,00 € (112%) von € 5.000,00 finanziert
27 Unterstützer
63 Fans
Projekt erfolgreich
Das Crowdfunding ist beendet. Das Projekte kann deshalb nicht mehr unterstützt werden.
In Äthiopien können 60 % der Bevölkerung über 12 Jahre nicht lesen und schreiben, das ist erschreckend. Dank Mit.einander.at konnten wir seit 2016 in Bore, südlich von Addis Abeba, schon drei Schulen bauen und finanzieren. Das war ein Riesenerfolg. Im Januar 2019 reist unsere Idealisten-Gruppe wieder nach Bore, das auf einer Hochebene auf 2700 m.ü.M liegt. Unser neues Projekt: ein weiteres Schulgebäude für 150 Kinder, da grosser Bedarf besteht.
Ein Projekt von Hugo Waldner

9. Geschichte 6 – kranke Personen – Teil 1

13.12.2018, 15:04 Uhr | Äthiopien

9. Geschichte 6 – kranke Personen – Teil 1.
Von unserem Besuch im Jahr 2017 wussten die Leute in Bore schon, dass wir uns auch sozial engagieren. Wir haben auch spezielle Geldspenden erhalten, um kranken Personen medizinische Behandlung und Operationen zu ermöglichen.

2018 sind wir mit 21 Kranken zuerst zum Gesundheitszentrum gegangen. Mit einigen davon mussten wir anschließend ins Spital am anderen Ende des Ortes. Seit Januar 2018 gibt es in Bore ein kleines Spital. Allerdings fehlt es noch an zahlreichen medizinischen Geräten. Ein Arzt fragte uns, ob wir nicht ein Röntgengerät finanzieren könnten. Das übersteigt aber leider unseren finanziellen Rahmen.

Auch dieses Jahr kamen wieder zahlreiche Personen mit schlimmer Krätze zu uns. Die Krätze ist auf unhygienische Verhältnisse in den Hütten zurückzuführen. Krätze ist eine Milbenkrankheit. Nachdem wir 2017 nur eine einzige medizinische Seife im Ort auftreiben konnten, haben wir 2018 mehrere Seifen von zuhause mitgebracht. Die Medikamente, welche nicht im Gesundheitszentrum vorhanden sind, besorgen wir uns im Ort. Das ist gar nicht so einfach. Da kann es auch vorkommen, dass wir in der einen Apotheke von zwei gewünschten Salben nur eine erhalten und die andere Salbe in einer anderen Apotheke besorgen müssen. Wichtig ist aber, dass wir überhaupt welche erhalten. Die Medikamente sind in Äthiopien zwar sehr preis¬günstig und das hat natürlich einen Zusammenhang mit dem niedrigen Einkommen der Leute. Aber die von uns betreuten Leute können sich die Medikamente trotzdem nicht leisten, deshalb kommen sie zu uns und bitten um Hilfe.

Beim ersten Spitalbesuch mit Patienten, wurde mein Rucksack an der Pforte gründlich untersucht. Beim zweiten Mal kannte man mich bereits und es gab keine Kontrolle mehr. Damit man von einem Arzt oder einer Ärztin als Patient untersucht wird, muss man sich zuerst anmelden. Kostenpunkt 30 Eurocents.

Im Zusammenhang mit „unseren“ Patienten, gibt es auch Kurioses zu erzählen. Da kam doch tatsächlich ein älterer Mann zu uns mit mehreren vollbeschriebenen Blättern. Die meisten Blätter waren in englischer Sprache und wir lasen, dass er mit HIV infiziert ist. Der Mann wollte deshalb von uns EUR 200 für Medikamente. Wir nahmen ihn mit zum Gesundheitszentrum, um uns beraten zu lassen. Dort wurde uns erklärt, dass dieser Mann regelmässig kostenlos Medikamente erhält und zwar im Rahmen eines von der UNO finanzierten Hilfsprojektes für HIV- und AIDS-Patienten. Manche sind schlau und versuchen es auf allen möglichen Wegen, dies zeigt auch der nächste Fall:

Ein anderer Herr mit einer Krücke und das eine Bein angewinkelt, wollte auch zum Spital mitgenommen werden. Während der Untersuchung begannen der Arzt und sein Assistent zu lachen. Sie klärten mich dann auf. Eigentlich wollte der Mann nur Geld von uns. Sie untersuchten ihn trotzdem und schickten ihn noch zum Labor. Da es unser letzter Tag in Bore war und der Mann erst am Nachmittag für die Laboruntersuchung an die Reihe kam, erkundigte ich mich nach den Kosten für die Laboruntersuchung und Medikamente. Ich gab ihm dann das Geld dafür und für eine Mitfahrgelegenheit zurück in die Stadt. Er war mehr als glücklich.

Für den Transport „unserer“ Patienten vom Gesundheitszentrum zum Spital nehmen wir immer ein Tuk-Tuk (es ist ein Bajaj, das ist die indische Marke für das Dreiradgefährt).
Normal haben vier Personen Platz, der Fahrer sitzt vorne in der Kabine. Aber es ist auch vorgekommen, dass wir zu fünft waren, die fünfte Person sitzt dann neben dem Fahrer. Kommen wir in die Nähe einer Polizeikontrolle, wird rechtzeitig angehalten und die Person neben dem Fahrer muss das Feld räumen und zu Fuss weitergehen. Taxis wie bei uns gibt es keine. Allerdings gibt es Motorradtaxis (für maximal zwei Passagiere) für das hügelige und holprige Gelände in der Umgebung. Diese Motorradtaxis fahren dann kreuz und quer über Land.

Auf dem Weg zur Baustelle kam eine Dame der Schul-Administration und überreichte mir einen Zettel. Es gehe um einen alten Mann und seine Frau, ihre Nachbarn. Sie führte mich zu einer guten Hütte. Die Hütte hatte sogar einen aus Strohhalmen geflochtenen Teppich am Boden. Weniger hygienisch ist der Umstand, dass sich auch noch zahlreiche Hühner in der Hütte herumtummeln. Der Mann war 80 Jahre alt, seine Frau 61Jahre. Im Gesundheitszentrum schickte man uns mit ihnen weiter ins Spital von Bore. Der Mann konnte nicht mehr gehen. Er musste in das Tuk-Tuk-Gefährt getragen werden. Seine Frau kam auch mit, denn sie sollte auch noch untersucht werden. Diagnose beim Mann: nach einem Schlaganfall war er halbseitig gelähmt. Man empfahl ihm Physiotherapie. Da es keine Physiotherapie im Ort gibt, müsste er einmal die Woche 140 km weit fahren, also ein Ding der Unmöglichkeit. Seine Frau hatte ein Geschwür in der Gebärmutter. Für sie organisierten wir eine Behandlung im Spital in Awassa, 140 km entfernt.

Der Knabe auf dem Bild habe keinen Appetit mehr, erzählte uns der Vater. Wir sahen Flecken an seinem Oberkörper. Im Gesundheitszentrum war die Diagnose, der Knabe leide an Würmern. Dies war auch auf die unhygienischen Verhältnisse, in denen er lebt, zurückzuführen. Er bekam vom Gesundheitszentrum Antibiotika und Salben. Der andere Knabe hatte Krätze (Spuren am ganzen Körper).

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