Toms Traum von Tokio 2020 Ein Projekt von Thomas Flax

13.150,00 € (109%) von € 12.000,00 finanziert
103 Unterstützer
152 Fans
Projekt erfolgreich
Das Crowdfunding ist beendet. Das Projekte kann deshalb nicht mehr unterstützt werden.
Anfangs war es noch eine Vision. Jetzt wurde es zur Mission: Die Eröffnungsfeier der paralympischen Spiele am 25. August 2020 in Tokio, Japan. Um sich diesen sportlichen Lebenstraum zu erfüllen, braucht es Mut, Einsatz und reichlich Unterstützung. Lediglich die besten 40 Rollstuhltennisspieler der Welt qualifizieren sich für das wichtigste Sportevent dieser Art. Garantie gibt es keine. Nur einen Mann, seinen Rollstuhl und 18 Monate pures Herzblut für diesen einen großen Traum.
Ein Projekt von Thomas Flax

Er ist da

15.02.2019, 08:54 Uhr | Thomas Flax
Blog_Rolli_TomsTraum1.jpg

Es ist kurz vor Mittag und nach dem Training steige ich gerade ins Auto, als das Telefon klingelt. "Er ist da“, sagt der Herr Papa am anderen Ende. Endlich. Eine Mischung aus überschwänglicher Vorfreude, etwas Angst und aufkommender Hektik macht sich breit. Eigentlich sollte ich ins Büro. Egal. Die Prioritäten sind jetzt ganz andere: Der neue Tennisrollstuhl wurde geliefert!

Jeder aktive Rollstuhlfahrer kennt dieses Gefühl. Aber wie erklärt man das einem Fußgänger? Bei der Anfertigung eines so speziellen Sportgeräts geht es eigentlich immer nur um einige wenige Millimeter, die über "Ja, genau das ist es!" oder "Scheiße, das ist es nicht!" entscheiden. Zwar gibt es das penible ausmessen und das Nachbessern beim Anpassen. Es wird immer wieder telefoniert und Möglichkeiten werden diskutiert: „Da fünf Millimeter höher, hier muss es schmaler sein und wo packen wir die Kniee hin?“ Für Außenstehende der komplette Irrsinn, für Rollstuhlsportler die Chance sich über das perfekte Material einen minimalen Vorsprung zu verschaffen.

Ein riesiger Karton steht im Hauseingang. Die Spannung steigt. Zuerst packe ich die Räder aus. Die Räder? Nein. Ein Paar „Spinergy“ mit Carbon-Einspeichung. Sehr leicht, dennoch äußerst stabil und deswegen auch sehr teuer. Dann das Herzstück: Der Rahmen. Hochwertigstes Alu, möglichst dünnwandig, dreifach gehärtet, silbrig gebürstet. Hier dasselbe: leicht, stabil, teuer. Als nächstes das Sitzkissen. Eigentlich die Lebensversicherung für einen Querschnitt’ler, denn der Hintern muss es aushalten teilweise bis zu sechs Stunden am Tag in dieser Kiste zu sitzen. Es darf nicht zu hart, nicht zu weich sein. Nicht zu hoch und nicht zu dünn. Auf jeden Fall aber, muss es leicht sein. Und – ganz richtig – das ist teuer. Zum Schluss die speziell angefertigten und auf meine Maße abgestimmten Gurtsysteme. Denn wenn du ab den Brustwarzen abwärts gelähmt bist und trotzdem ordentliches Tennis spielen willst, dann braucht es Gurte. Viele Gurte. Bauch, Becken, Oberschenkel, Kniee. Schon krass, aber notwendig.

Fünf Stunden später schlage ich die ersten Bälle im neuen Rolli. Große Erleichterung, riesen Freude und ein extremer Motivationsschub. DER GERÄT PASST!

Mit der perfekten Ausrüstung geht es Ende Februar für mich ab zum Trainingslager ins Bundessportzentrum Schileiten (Steiermark). Mit dem Nationalteam geht’s von dort aus direkt weiter zum internationalen Weltranglistenturnier nach Biel (Schweiz). Und kurz darauf heben wir ab nach Portugal: Österreichs Top-4-Rollstuhltennisspieler treten gemeinsam als Mannschaft beim World Team Cup in Vilamoura an.

Leute, ich freu mich so!

Herzlichst grüßt Euch

Euer Tom

Kommentare
Anmelden zum Kommentieren.

Vorarlberg braucht gute Ideen und Initiativen. Mit.Einander ist die Umsetzung einfacher. Die Crowdfunding-Plattform mit.einander.at hilft Vereinen und anderen gemeinnützigen Initiativen Projekte gemeinsam zu verwirklichen.